DB0UA & DB0UAA

Diese Seite beschreibt den Teil von EchoLink, der die eigentliche Verbindung zum weltweiten EchoLink-System ermöglicht. Nachdem am Relaisstandort keine Verbindung zum Internet verfügbar ist, wurde eine HF-Linkstrecke eingerichtet.

 

Das EchoLink-Gate DBØUA-R, das sich im Augsburger Stadtteil Kriegshaber befindet, ist mit der Relaisfunkstelle DBØUA mittels einer HF-Linkstrecke verbunden. Zu diesem Zweck wird in Augsburg-Kriegshaber die »Automatische arbeitende Amateurfunkstelle« DBØUAA betrieben. Die Genehmigung der Bundesnetzagentur gestattet den Betrieb dieser Linkstrecke im 2m-, 70cm- und 23cm-Band.

Normalerweise erfolgt die Übertragung zwischen DBØUA und DBØUAA im 23cm-Band. Die Linkstrecken auf 2 Meter und 70 Zentimeter dienen als Ersatz, für den Fall, dass die 23cm-Linkstrecke ausfallen oder gestört werden sollte.

 

Technik von DBØUAA

Nachfolgend ist die Technik für den 23cm-Link DBØUAA beschrieben.

Link-Transceiver 23 cm

Für DBØUAA wurden zwei dieser Transceiver gebaut. Grundlage waren zwei gebrauchte InterlinkTRX-I nach DF9IC und DL5UY, wie sie in zahlreichen Linkstrecken des PacketRadio-Netzes auch heute noch verwendet werden.

Die Geräte konnten nicht im Originalzustand belassen bleiben. Die Zwischenfrequenz von 59 MHz ist bei Fonieanwendungen nicht zugelassen – also mussten die Empfänger auf eine ZF von 28 MHz umgerüstet werden. Dies war zwar vom reinen Umbau her kein nennenswertes Problem, aber die Spiegelselektion des Empfängers wurde dadurch völlig unzureichend.

Das Stripline-Filter im Empfängereingang reicht halt nur bei 59 MHz ZF, wo der Abstand zur Spiegelfrequenz 118 MHz beträgt, nicht aber bei 56 MHz Abstand, die sich bei 28 MHz ZF ergeben. Versuche mit Helical-Filtern brachten keine befriedigenden Ergebnisse und andere Maßnahmen waren aus Platzgründen nicht durchführbar.

Dies war dann auch der Grund, Senderausgang und Empfängereingang nicht mehr mit Pin-Dioden umzuschalten sondern über Interdigitalfilter zusammenzuführen. Auf diese Weise ist die Spiegelselektion mehr als für diesen Zweck ausreichend.

Die Hochfrequenzteile sind bei beiden Transceivern nahezu identisch, die Teile mit der NF-Aufbereitung, Steuerung, etc. hingegen unterscheiden sich jeweils aufgrund der unterschiedlichen Schnittstellen.

Einer dieser Transceiver befindet sich am Relaisstandort und bildet die Schnittstelle zum 2m-Relais, der andere Transceiver ist am Standort von DBØUAA und dort mit dem Internet verbunden.

 

Rückseite des Link-Transceivers

An der Rückseite wurde ein Kühlkörper angebracht. Dem Interlink TRX I genügt zwar ein kleiner Aluminiumwinkel als Brücke zwischen PA-Transistor und Weißblechgehäuse, aber in PacketRadio wird der Sender nicht über längere Zeit ohne Unterbrechung betrieben.

 

Hochfrequenzteil des Transceivers

Bis auf die vorstehend beschriebenen Modifikationen entspricht dies dem Link-TRX I.

 

Das nächste Bild zeigt die Modulations-Aufbereitung (NF-Filter, Dynamikkompressor) zur Schnittstelle (PC bzw. Relais), CTCSS-Auswerter DTMF-Auswerter und MicroController (PIC 16F876).

Diese Einheit übernimmt die gesamte Steuerung des EchoLink-Verkehrs.
Die CTCSS-Steuerung übernimmt dabei die Rauschsperrenfunktion. Kurz bevor der Sender des sendenden Transceivers abschaltet, beendet dieser die Aussendung des CTCSS, wobei beim Empfänger der NF-Pfad unterbrochen wird.
Dadurch wird das Aufrauschen (Noise Tail) beim Schließen der Rauschsperre nicht mehr übertragen.

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23cm-Interdigitalfilter

Sechskreisiges Interdigitalfilter (»Fingerfilter«) zur Zusammenführung (über jeweils drei Kreise) des Senderausgangs und Empfängereingangs auf die Antenne.

[Dieses Filter wurde von DL4MFO gespendet.]

 

4 x Hybridquad-Antenne PA-23R-16 (WIMO)

Zwei dieser Flachantennen mit einem Gewinn von 14 dBd finden für die
23cm-Linkstrecke Verwendung, eine am Standort von DBØUA und eine bei DBØUAA.

 

Technische Daten   23cm-Link-Transceiver    DBØUA und DBØUAA

Sender

Quarzgesteuert, PLL/VCO, Ausgangsleistung 0,8 Watt

 

Sendeart

FM (F3E)

Sendefrequenz

1270,325 MHz (DBØUA)
1242,325 MHz (DBØUAA)

Sendeleistung

6 Watt ERP (10 Watt EIRP)
an der Antenne

Modulationshub

± 3 kHz

NF-Bnadbreite

300 ... 3800 Hz

Senderfilter

Interdigitalfilter (dreikreisig)

 

Durchgangsdämpfung (TX-Frequenz)

1,5 dB

Sperrdämpfung
(RX-Frequenz)

ca. 40 dB

 

 

Empfänger

Dreifachsuper (1. ZF 28 MHz, 2. ZF 10,7 MHz 3. ZF 455 kHz)
Oszillator quarzgesteuert, PLL/VCO

 

Empfangsart

FM (F3E)

Empfangsfrequenz

1242,325 MHz (DBØUA)
1270,325 MHz (DBØUAA)

Empfindlichkeit

0,3 µV 12 dB SINAD

ZF-Bandbreite

15 kHz

Empfängerfilter

Interdigitalfilter (dreikreisig)

 

Durchgangsdämpfung
(RX-Frequenz)

1,5 dB

Sperrdämpfung
(TX-Frequenz)

ca. 40 dB

Sperrdämpfung
(Spiegelfrequenz)

ca. 75 dB

 

 

Antenne

4 x Hybridquad-Antenne PA-23R-16 (WIMO)
14 dBd Gewinn.

 

 

Locator DB0UAA

JN48KJ

GPS Nord

48° 22’ 46,72”

GPS Ost

10° 52’ 18,18”

 

EchoLink Software

Schließlich noch ein Blick auf die EchoLink-Software. Diese läuft bei DBØUAA auf einem Win2000-Server, der rund um die Uhr in Betrieb ist. Lediglich bei den von Zeit zu Zeit notwendigen Wartungsarbeiten am Server kommt es hin und wieder zu kurzzeitigen Unterbrechungen. Oder falls der Server mal wirklich viel zu tun hat, dann kann es schon mal zu »stockendem Verkehr auf der Datenautobahn« kommen.
 

So sieht der Bildschirm einer EchoLink-Station aus, die sich per PC zu DBØUA-R connected hat. Wer via Amateurfunk-Relais oder -Link zu DBØUA kommt, sieht von alledem freilich nichts - er ist auf sein Gehör angewiesen.

Bei DBØUAA ist zusätzlich noch EchoLinkPlus installiert, ein VB-Script, das EchoLink an die speziellen Gegebenheiten automatisch arbeitender Stationen anzupassen. Zusätzlich stellt diese Zusatzsoftware Ansagetexte und Systemmeldungen in deutscher Sprache zur Verfügung.

[Weitere Informationen hierüber finden Sie hier.]

 

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